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Fahrer-Portraits

Diese Frage stellte der ADAC Hessen-Thüringen seinen 70 Förderfahrern.

In der Motorsportszene ist deutlich Stille eingekehrt, kein Rad dreht sich, kein Motorengeräusch ist zu vernehmen.
Aber was tun, wenn alle Rennen ausfallen und auch das Training nicht mehr möglich ist?

Alexander Kattenbach, OC Fuldatal - Rallye

Das Lieblingsgefährt von Alexander Kattenbach aus Vellmar und seiner Gießener Beifahrerin Sina Hildebrandt ist natürlich das Rallye Auto. Aber auch für ihn heißt es dieser Tage geduldig sein und so wechselt der 24-Jährige auf sein Fahrrad und unternimmt längere Radtouren. Auch für ihn sind die anstehenden Rennen der ADAC Rallye Masters Saison bereits verschoben oder abgesagt.

„Natürlich bin ich enttäuscht, dass die Saison nicht wie geplant starten kann, aber es war auf jeden Fall die richtige Entscheidung. Ich nutze die freie Zeit um mich mit reichlich Sport fit zu halten.“

So ganz ohne den geliebten Rallye-Sport geht es dann aber doch nicht für das Mitglied des OC Fuldatal. „Ich schaue mir alte Onboardaufnahmen an und analysiere diese nochmal genauer. Um nicht komplett aus dem „Fahren“ rauszukommen, halte ich mich durch Rallyefahren am Rennsimulator zu Hause fit.“

Adrian Peter, MSV Lahnberge – Motocross Seitenwagen

Das Mitglied des MSV Lahnberge lenkt sein Gespann normalerweise durch die Welt- und Deutsche Meisterschaft, nun steht es geparkt in der Garage. Natürlich ordnungsgemäß gehegt und gepflegt  – alles vorbereitet für den hoffentlich bald stattfindenden, ersten Lauf. „Alles in allem bleibt uns ja nichts anderes übrig als zu warten.“ Aber Adrian nutzt die Zeit sinnvoll, denn der Team Truck wird um- und ausgebaut. „Wir wollen mehr Platz schaffen und alles etwas professioneller gestalten.“ Aber auch die Fitness muss weiter trainiert werden. „Ich verbringe meine Zeit abwechselnd mit Rennrad fahren, montainbiken oder joggen – tagein, tagaus. „ Außerdem verbringt der 23-Jährige viel Zeit mit dem Motorsportnachwuchs – seinem Patenkind „Ich muss ja darauf achten, dass er nicht so viel Fussball spielt“ schmunzelt Adrian

Lilly Conrad, MSV Lahnberge - Enduro

Das Enduro Jugendkader Mitglied wollte in diesem Jahr in die Deutsche Enduro Meisterschaft starten. Jetzt ist alles anders, das Enduro Motorrad muss erst mal warten. Lilly tröstet sich aber mit ihrem Straßenmotorrad. Da sie jetzt den Führerschein hat, kann sie kleinere Touren unternehmen.

Regelmäßiges Joggen, Radfahren sowie Gymnastik und Dehnübungen gehören genauso zu ihrem momentanen Tagesablauf wie die zahlreichen Schulaufgaben, die erledigt werden wollen. „Ich kann es kaum erwarten, dass die Saison wieder weiter geht und ich fahren und trainieren kann.“ Das sehen Lillys Kader-Kollegen und ihr Trainer Alexander Gehlert mit Sicherheit genauso.

Nina Riese, KMC Kassel - Rallycross

Die 19-jährige Nina teilt die Leidenschaft für den Motorsport mit ihrer ganzen, dem KMC Kassel angehörigen, Familie. Umso deutlicher zeigen sich die Auswirkungen der momentanen Lage. „Es ist ruhig bei uns. Ein Blick auf unseren Kalender untermauert die Situation, die für mich selbst nur schwer greifbar ist. Ich blicke auf leere Kalenderseiten. Etwas, das für mich alles andere als gewöhnlich ist. Auf dem Kalender stehen keine Zeitnahme – und Sitzungstermine meiner Mama oder meiner Oma, keine Termine für Testtage, keine Termine für Rallycrossveranstaltungen. Allerlei Freizeit – und damit auch Motorsportaktivitäten sind eingestellt.  Das kenne ich aus einem Leben, in dem man manchmal auf fünf Hochzeiten gleichzeitig tanzt und dennoch überall voll da ist, nicht.

Trotz der derzeitigen Einschränkungen kann ich meinem sportlichen Alltag wie gewohnt nachgehen und genieße die Zeit an der frischen Luft, an welcher der COVID-19 Virus gefühlt ganz weit weg ist.

Die Zeit, die nun frei wird, konnte und kann ich dennoch sehr sinnvoll nutzen. Zum jetzigen Zeitpunkt habe ich bereits drei schriftliche Abiturprüfungen absolviert und bereite mich auf zwei mündliche Prüfungen, sowie eine Ersatzprüfung aufgrund der nicht stattfindenden praktischen Prüfung in dem Bereich des Sport-Leistungskurses, vor. Dementsprechend verbringe ich aktuell meine Tage mit dem Lernen und Vorbereiten. Wenn ich meine Zeit nicht mit Lernen oder Sport treiben verbringe, bin ich zurzeit sehr viel auf dem Hof von meinen Eltern, die diesen renovieren und dort ein neues zu Hause aufbauen. Die Arbeit dort bietet mir einen guten Ausgleich, wenn mir zu Hause „die Decke auf den Kopf fällt“.

Damian Joel Laggies, MSC Winkelmesser - Minibike

Damian ist 9 Jahre alt und begeisterter Motorrad-Sportler. 2020 soll der Sprung vom Pocketbike auf das nächstgrößere Minibike erfolgen. Eine große Herausforderung, schließlich wächst mit der Größe des Bikes auch die Geschwindigkeit. Deshalb wollte das Mitglied des MSC Winkelmesser auch viel trainieren, um bei den Wettbewerben punkten zu können. Das ist leider zurzeit nicht möglich aber langweilig wird es dem Grundschüler nicht. „Homeschooling“ steht auf dem Programm und das nimmt er als spannende, neue Erfahrung. Das abgesagte Basketballtraining, wird durch Körbe werfen im Garten ersetzt, getaucht wird im heimischen Pool und auch für sein Minibike hat er mit seinem Elektrobike und dem Fahrrad einen Ersatz gefunden. Außerdem gibt es ja da noch Fitnesstraining, Spaziergänge mit dem Hund seiner Tante, Nintendo Switch und die PS 4.

Kurz gesagt – Damian ist vollauf beschäftigt.

Max Rosam, MSC Wolfhagen - Automobil-Rundstrecke

Eine Tatsache über Motorsportler ist wohl allseits bekannt. Er liebt sein Arbeitsgerät über alles.

Im Falle des 15-jährigen Max handelt es sich um einen BMW 318ti. Zwar ist auch der Taunussteiner nicht glücklich darüber, dass sich so gar nichts bewegt  aber er nutz die freie Zeit um vorbereitet zu sein, sobald es wieder losgeht. Dazu gehört selbstverständlich die Fahrzeugpflege. Da wird geschraubt, geputzt und gewienert was das Zeug hält und leichte Kampfspuren der letzten Begegnungen in Oschersleben beseitigt.

 

Neben Schulaufgaben und der Einhaltung seines Fitnessplans, hat Max Zeit für ein altes Hobby gefunden „Ich habe mein ferngesteuertes Auto mit Verbrennungsmotor wieder zum Leben erweckt und mit ihm die fehlenden Motorgeräusche ersetzt. Auch  werde ich mich stärker mit der virtuellen Rennwelt beschäftigen und an unserer virtuellen Meisterschaft des 318ti Cups in Race Room teilnehmen. Das erste Rennen findet in Hockenheim, mit 32 Startern statt und alle mit einem BMW M235i. Ich freue mich drauf!“.

Maximilian Wills, MSC Waldkappel-Breitau – Enduro

„Keep smiling „ - So die Devise des 17 Jahre alten Max vom MSC Waldkappel-Breitau.

Im letzten Jahr konnte der Endurist die Fachwelt von seinem Talent überzeugen, zog in den A-Kader des ADAC Hessen-Thüringen ein und war, nach einer guten Saisonvorbereitung, bereit für die anstehenden Aufgaben in der Deutschen Meisterschaft. Traumziel der Saison – die Teilnahme an den berühmten SIX Days of Enduro. Jetzt steht die Welt still und das Jahr wird anders ablaufen als geplant. Aber kein Grund den Kopf in den Sand zu stecken.  

Der Auszubildende arbeitet, wie viele andere auch, im Homeoffice. „Danach versuche ich den Trainingsplan von Ortema umzusetzen, sprich ich fahre viel Rennrad, gehe laufen und trainiere in meinem eigenen Fitnessstudio Kraft und Kraftausdauer. Abends setze ich mich oft mit technischen Dingen an meinen Motorrädern auseinander, da diese beim Enduro eine große Rolle spielen. Dort wechsele ich Reifen und führe Wartungsarbeiten durch. Ich habe das Glück an den Wochenenden auf privaten Strecken trainieren zu können, dort bin ich dann alleine mit meinem Vater.“

Eine weitere Leidenschaft, das Barbecue, pflegt Max indem er für seine Familie und sich  leckere Gerichte zubereitet.

„Ich hoffe sehr, dass die Saison dennoch bald losgeht und ich meine Fortschritte, die ich über den Winter gemacht habe, zeigen kann.“

Anton Viol, MSC Gräfentonna - Motocross

Für den 11-jährigen Anton ist es schwer, seinen Lieblingssport nicht betreiben zu können. Zu gerne würde er auf seiner Heimstrecke beim MSC Gräfentonna ein paar Runden drehen. Aber die Rennstrecke an der Fasanerie ist genau wie alle anderen geschlossen.

Außer dem täglichen Schulpensum arbeitet Anton fleißig seinen Trainingsplan ab. Zwei Mal die Woche Joggen, vor allem im niedrigen Pulsbereich, wegen der Grundlagenausdauer. Das ist nicht einfach für jemanden, der am liebsten rennt und springt. Dazu kommt an den anderen Tagen Kraft und Koordinationstraining. Der Thüringer möchte fit sein, wenn es wieder losgeht mit der Europameisterschaft und der Deutschen Meisterschaft.

Aber ganz ohne das Motocross-Gefühl geht es für das junge Talent nun doch nicht. Alles was als Hindernis umfunktioniert werden kann, ist vor ihm zurzeit nicht sicher. Mit dem Fahrrad oder dem Scooter geht es in wilder Fahrt über den selbst gebauten Parcours. „Ich möchte das Gefühl für das Springen nicht verlieren auch wenn es eine richtige Strecke mit Kurven und Sprüngen nicht ersetzt. Ich freue mich riesig wenn ich wieder fahren kann.“

Alexander Wolk, MSC Überwald - Bergrennsport

„Ich bin sehr betroffen über die aktuelle Lage. Klar, fehlen mir die Rennen und ich würde sehr gern ins Lenkrad greifen, Bergrennstrecken hinauf jagen und die Zielflagge sehen, aber die Absage der vielen Rennen ist mehr als vernünftig und zum Wohle Aller“

„In meinem Alltag trifft mich kein großer Unterschied. Da ich als Elektroniker auf Baustellen tätig bin und unsere Branche bislang nicht von Schließungen oder Ähnlichem betroffen ist, gehe ich jeden Tag meiner normalen Tätigkeit nach. Nur an den Wochenenden bleibt nun mehr Zeit für das Auto, die Familie, Haus und Garten.“

Das Rennauto hatte der Mann vom MSC Überwald bereits in den Wintermonaten vollständig revidiert. „Die ungeplant, verlängerte Pause gibt mir nun die Möglichkeit, meinen Motor nochmals zu optimieren und einige PS mehr zu finden Des Weiteren habe ich begonnen den Unterboden zu verschließen, einen neuen Heckflügel zu montieren und kleinere „Schönheitsarbeiten“ vorzunehmen.“

Bei all den Arbeiten am Auto hat Alexander sogar tatkräftige Hilfe aus der Familie.

Colin Müller, MTC Rüsselsheim - Motorrad-Trial

Eigentlich war der Kalender des 11-Jährigen für die Saison 2020 ganz schön voll. Nach ausgiebiger Trainingsvorbereitung wollte er in der Hessen-Thüringischen Trial Meisterschaft und der Deutschen Jugend Trial Meisterschaft durchstarten.

Leider ist diese Planung in weite Ferne gerückt aber nichts tun ist für Colin keine Option - schließlich will der gute Trialer ja auch weiterhin trainiert sein. „Ich habe mit einer Euro-Palette auf dem Hof angefangen. Dank meines Elektro Bikes und zur Freude unserer Nachbarn, konnte ich die ersten Tage damit verbringen versetzen und entlasten zu üben.“

Ein Nachbar beobachtete das Mitglied des MTC Rüsselsheim bei seinen sportlichen Aktivitäten und spendete ihm zehn weitere Paletten sowie einige Steine, um den Parcours zu erweitern. Mit Hilfe des Vaters, selber Jugend Trial Trainer, wurde die Mutter überzeugt, eine Umgestaltung des heimischen Gartens vorzunehmen. „Mama hatte das eh vor, nicht ganz in dem Stil, der es jetzt geworden ist aber ich bin zufrieden damit. Jetzt muss sie nicht mehr Rasen mähen.“

„Nach meinen Aufgaben für die Schule, verbringe ich jetzt jeden Tag Zeit im Garten und fahre und übe und wenn ich doch mal Pause brauche, dann kann man auch wunderbar im Garten entspannen“

Niklas Koch, Starkenburger AMC - Automobil-Rundstrecke

Niklas Alltag hat sich, zum größten Teil, nicht verändert. In seinem Ausbildungsbetrieb geht es „normal“ weiter und auch sein Fitnessprogramm hält er bei.

„Langweilig wird mir nicht. Wie auch ohne Corona halte ich mich mit Laufen und Radfahren auf dem Kühkopf, der ja direkt vor unserer Haustür liegt, fit. Außerdem habe ich meine "alte Liebe" zum Tischtennis wiederentdeckt. Früher wollte ich immer Tischtennisspieler werden, doch dann kam alles anders…“

Natürlich fällt es auch dem engagierten jungen Mann vom Starkenburger AMC schwer, nicht in sein Rennauto steigen zu können, schließlich ist er schon seit Kartslalom-Zeiten dem Rennsport verfallen. „Wenn ich eben schon nicht auf den echten Rennstrecken unterwegs sein kann, so halte ich mich mit Sim-Racing fit, zumal ich von RaceRoom als VIP-Fahrer aufgenommen wurde.“

„Ich hoffe, dass unser erstes Rennen am 15. und 16. Mai in Oschersleben über die Bühne gehen kann. Das Rennen soll ohne Zuschauer stattfinden und somit unter 1.000 Personen liegen, was wohl in Sachsen-Anhalt die Grenze zu einer Großveranstaltung bildet. Warten wir es mal ab.“

Tim Bruns, OAMC Reinheim - Motorrad-Rundstrecke

Tims Arbeitsgerät ist das Minibike. Schon längst wollte er wieder im Renngeschehen sein aber auch für ihn gilt im Moment - motorsportfreie Zeit… oder?
„Motorsportfrei über mehrere Tage ging irgendwie nicht… da musste der Papa den Hof frei räumen, damit ich wenigstens ein bisschen trainieren kann.“

Wegen des Platzmangels wurde die Honda 100 NSF gegen ein Turniermotorrad YAMAHA TTR 90 eingetauscht und dann konnte es fast schon losgehen. „Wir trainieren Achter, Kreise, Slalom und das Überfahren von Spurbrettern. Um hier ein wenig Spannung aufzubauen, haben wir einen 4cm breiten Balken hochkant aufgestellt.“

Das lockt sogar den großen Bruder. Auch Tobias lässt es sich nicht nehmen ein paar Runden zu drehen, muss doch auch er im Moment auf Supermoto verzichten.„Nach dem Training spielen wir noch ein bisschen Tischtennis oder lassen es uns am Feuerkorb gut gehen.“

Justin Hänse, MC Münchenbernsdorf - Motorrad-Rundstrecke

Der IDM Twin Cup Fahrer ist nun wirklich schon viele Jahre im Motorradsport unterwegs und meisterte die eine oder andere schwierige Situation. Eine völlige Stilllegung des Renngeschehens ist aber auch für ihn eine ganz neue Geschichte.

„Auch wenn wir nicht auf die Rennstrecke kommen, fit halten muss ich mich trotzdem weiter. Ich mache also mein tägliches Workout zu Hause. An den Wochenenden fahre ich dann meistens Fahrrad. Eine ganz besondere Kraft und Konditionsübung hat mir eine 20 Raummeter Holzlieferung beschert, die bearbeitet und ofenfertig gemacht werden will. Da hat man wirklich einiges zu tun.“

„Ansonsten gehe ich weiterhin zur Arbeit, nur die Aufgaben der Berufsschule bearbeite ich zu Hause. Gott sei Dank konnte ich bisher meinen Urlaub aufsparen, damit ich auf Verlegungen reagieren kann, denn natürlich hoffe ich, dass ich bald wieder am Start stehen kann.“

Garry Dittmann, MSC Hamma - Enduro

„Im Großen und Ganzen hat sich bei mir relativ wenig geändert. Ich erlerne ja den Beruf des Schornsteinfegers und da dieser systemrelevant ist, geht es für uns weiter wie gehabt. Nur die Berufsschule fällt natürlich weg.

Da das Fahrtraining zurzeit nicht möglich ist, habe ich mir als Trainingsmöglichkeit noch den Radwechsel und das Austauschen von Motorradteilen auf Zeit vorgenommen, das muss man ja als Endurist selber machen und das natürlich so schnell wie möglich. Mein Training neben dem Motorrad führe ich wie gewohnt fort. Joggen gehen, Krafttraining und alles was noch dazu gehört, kann ich problemlos mit meinen Trainingsplänen von ORTEMA ausüben.

Weiterhin versuche ich meine Reichweite auf Social Media zu erhalten und zu erweitern. Ich denke, gerade jetzt ist es wichtig präsent zu sein und denen, die traurig sind, positive Impulse zu geben. Außerdem sollten auch meine Sponsoren immer auf dem Laufenden sein, denn ich brauche ihre Unterstützung, sobald es wieder losgeht.

Schön ist, ich finde jetzt Zeit für Dinge, die ich sonst immer hinten anstellen muss, wie das Dirt Jumping.“

Steven Laubach, MSC Gründautal - Autocross

Die Spielwiese von Steven Laubach ist die FIA Autocross Europameisterschaft aber auch da stehen alle Räder still. Ihn trifft es doppelt hart, denn auch sein Heimatverein MSC Gründautal kann die geplante Großveranstaltung nicht wie gewohnt durchführen.

„Damit hat in der Tat keiner gerechnet, dass wir so einschneidende Restriktionen erleben werden aber wir müssen das Beste daraus machen.

Unser neues Rennauto ist fertig und steht in der Garage.  Vor dem Lockdown, Anfang März, habe ich auch bereits den ersten Rollout gefahren, was für ein super Gefühl. Jetzt fehlt noch das Layout und die Folierung, danach können wir zumindest ein paar Fotos auf Social Media veröffentlichen und vielleicht dürfen wir ja im Mai mit Lockerungen rechnen.

Bis dahin mache ich viel Sport um fit zu bleiben, leider nicht mehr im Fitnessstudio aber ich laufe viel im Wald. Ich bin bereits per Du mit jedem Baum im Umkreis von zehn Kilometern.

Immer öfter verbringe ich Zeit bei dem Pferd meiner Frau und bin Stallbursche. Hauptsache Allrad mit 1 PS!“

Ryan Shia Bretz, AMC Langgöns - Motocross

Für den zehn Jahre alten Ryan begann der Lockdown schon früher, denn er verletzte sich bei einem Training und musste mit einem Oberschenkelbruch zwei Operationen durchstehen, um  dann eine Reha zu beginnen Deshalb beschränkte sich das sportliche Training zunächst auf Kraftübungen für Arme und Oberkörper, da das Bein ja nicht belastet werden durfte.

Inzwischen darf er das Bein mit 20kg belasten und kann ohne Unterarmgehstützen laufen. „Das ist für mich ein großer Erfolg, jetzt geht es bergauf. Am besten wäre es für mich viel zu schwimmen aber das ist ja zurzeit nicht möglich. Ich trainiere so viel wie möglich, damit ich wieder fit werde und fahren kann.“

Da das Wetter traumhaft ist, verbringt er viel Zeit mit seiner Familie auf dem heimischen Balkon. „Mir macht es Spaß meiner Mutter beim Kochen zu helfen und natürlich spiele ich gerne Motocross auf der PS4. Wir haben viele Aufgaben von der Schule bekommen, das nimmt auch viel Zeit in Anspruch. Meine Freunde treffe ich leider im Moment nur per WhatsApp aber das ist nicht so schlimm, ich kann ja eh nicht herumtollen.“

Florian / Raphael Hellmuth, MSC Sechshelden - Motocross

Für Eltern ist die motorsportfreie Zeit eine ganz schöne Herausforderung, denn die Kids wissen oft nicht wohin mit der angestauten Energie und wollen beschäftigt werden.
Hat man davon aber gleich zwei…

…dann macht es doppelt so viel Spaß, denn sie unterhalten sich gegenseitig.

„Unsere Trainer Collin und Tim haben uns ja immer schon viele Übungen gezeigt, mit denen wir uns fit halten können. Die machen wir jetzt alle, damit wir auch bereit sind, wenn es wieder losgeht. Wir können es nämlich kaum abwarten,  Motorrad zu fahren. Da das Wetter so gut ist, können wir immer in den Garten. Joggen gehen wir auch, ca. 40 Minuten. Unser Fahrrad wird ordentlich genutzt, entweder in unserem Hindernisparcours, oder es geht ins freie Feld, da fahren wir eine Strecke zwischen 25 und 35 Kilometern.

In unserem Garten haben wir eine Miniaturstrecke gebaut. Dort sitzen wir oft und sprechen über Spurenwahl und Renntaktik. Wir haben viel Spaß, denn wir sind ja nie alleine.“

Max Schlichenmeier, Fuldaer AC - Kartrennsport

Die Motorsportler scharren mit den Füßen - wann geht es endlich wieder auf die Rennstrecken? Das geht einem Kartrennsportler nicht anders und so wird der Drang nach sportlicher Betätigung halt anders befriedigt.

„Sobald ich mein tägliches Schulpensum erledigt habe, geht es nach draußen, dort verbringe ich die meiste Zeit. Da mache ich dann viel Fitness - Ausdauersport, Kraft, Koordination oder Dehnen. Ich spiele Footbal oder Fußball und fahre Fahrrad.“

Sport macht dem Fahrer des Fuldaer AC am meisten Spaß aber auch er kann es kaum erwarten wieder im Kart zu sitzen.

„Mit meinen Freunden spiele ich nur online, wir dürfen uns ja leider nicht treffen aber es geht auch mal so. Wenn die Sehnsucht nach dem Kart zu groß wird, dann geht es am Computer in die virtuelle Welt.“

Tim Apolle, MSC Barbarossa - Enduro

Auch bei dem Piloten der Superenduro Weltmeisterschaft, Tim Apolle, ist es ruhig geworden.

„Mit dem Junioren-Vizeweltmeistertitel in der Tasche war ich natürlich heiß auf meine erste Saison in der Prestige-Klasse“ - doch es sollte alles anders kommen.

An Trainieren ist zurzeit nicht zu denken und an Rennen erst Recht nicht. Alle Strecken sind geschlossen, alle Veranstaltungen abgesagt. „Im Sommer wollte ich wieder in die USA, um dort an sechs oder sieben Rennen teilzunehmen, ob das aber klappt, steht im Moment noch in den Sternen. Also abwarten.

Die Zwangspause stört mich aber nicht, meine Saison 2019/20 war schließlich auch sehr lang. Zuhause gibt es ein Stück Wald in der Nähe, das mir zur Verfügung steht und ich baue mir im Moment mit der Unterstützung von einem Freund eine Trainingsstrecke. Auch in Richtung Trial, denn ich besitze seit kurzem ein Trial-Bike.“

Bennett Sander, MSC Hamma - Motocross

Zwar muss das Talent vom MSC Hamma, wie alle anderen, seinen Schulstoff zu Hause erledigen, trotzdem steht ihm täglich ungewohnt viel Freizeit zur Verfügung.

Neben den Pflichtübungen Ausdauer, Kraft und Dehnen stehen noch Trampolin springen, Downhill oder Balance-Übungen auf dem Fahrrad auf dem Programm. „Ohne Sport geht es nicht wirklich.“

„Glücklicherweise haben wir im Umkreis eine Strecke auf einem Privatgrundstück. Die haben wir wieder reaktiviert und trainieren einmal in der Woche mit dem Motorrad dort.“

Ein tolles neues Hobby hat der 8-Jährige auch gefunden, animiert von seiner großen Schwester - das Reiten. „Es gibt einige Parallelen zum Motocross. Auf den Ballen stehen und Klemmen sind auch im Reitsport das A und O.“

Julian Puffe, MSC Schleizer Dreieck - Motorrad-Rundstrecke

„Ich glaube, seit Beginn meiner Motorsport-Karriere ist das die bisher seltsamste Situation. Man bereitet sich den ganzen Winter mit vollem Elan auf den Saisonstart vor und als es soweit ist, kommt der Lockdown. Im Gegensatz zu einer Verletzung, sind alle Sportler betroffen, wir sind also alle auf einem Stand. Daher versuche ich diese außergewöhnliche Zeit so gut es geht zu nutzen, um noch besser gerüstet in das Renngeschehen zurück zu kommen.

Momentan verbringe ich viel Zeit auf dem Rennrad. Ich versuche meine gefahrenen Kilometer aus dem letzten Jahr zu verdreifachen. Des Weiteren mache ich Stretching und Yoga.

Da ich nicht nur Rennfahrer, sondern auch KFZ-Mechatroniker bin, bleibt neben der Arbeit und dem Training nicht allzu viel Zeit übrig. Trotzdem schwinge ich mich nebenbei so oft wie möglich auf mein Mountainbike und widme mich diversen Trails im Wald. Den Mountainbike-Sport betreibe ich von klein auf. So komme ich auch in dieser Zeit zu etwas Adrenalin.

Zuhause ist ansonsten alles bereit für den Start in die Saison. Meine Garage ist bis in die kleinste Ecke geputzt und meine Trainingsmotorräder und Fahrräder sehen schon fast aus wie neu. Stück für Stück restauriere ich auch gerade eine alte Simson S50. Wie jeder andere Sportler, hoffe ich jeden Tag auf Lockerungen des Gesetzes. Aber eins gilt in dieser Zeit besonders: Gerade in schwierigen Zeiten ist es wichtig, sich die Zeit zu nehmen, um sich mental stärker zu machen!“

Luca Diolosa, MSC Winkelmesser - Motorrad-Rundstrecke

Für das 10-jährige Mitglied des MSC Winkelmesser sollte es ein besonderes Jahr werden.

„Ich habe in diesem Jahr wirklich hart trainiert, viel mehr als im vorigen Jahr. Es ist die letzte Saison auf dem Pocketbike. Die möchte ich mit einem guten Ergebnis abschließen, bevor ich den Sprung in den Mini Bike Cup wage. Jetzt steht die Welt still und das Jahr wird anders ablaufen als geplant. Aber kein Grund den Kopf in den Sand zu stecken...

Neben Homeschooling, Waldspaziergängen und Maschinenwartung in der Garage, hat mein Papa was ganz tolles gebaut, einen Motorrad-Simulator mit 3D Brille, damit kann ich täglich 10 bis 15 Minuten trainieren. Ich fahre auf einer Rennstrecke gegen Jorge Lorenzo. Das ist so realistisch, dass mein Adrenalin auch zu Hause ansteigt.

Nach dem Training spiele ich noch ein bisschen Basketball mit meinen Geschwistern und zum Schluss verbringen wir einen schönen Familienabend. Von Langeweile ist keine Rede!“

Larena Hees, MSC Salzbödetal - Fahrrad-Trial

„Meine Semesterferien, in denen Corona so richtig losging, habe ich bei meinen Eltern im Westerwald verbracht. Dort, auf dem Land, war die Lage noch etwas entspannter und ich konnte weiterhin im Wald trainieren. Leider gab es dort auch keine Möglichkeit, das Krafttraining weiterhin, wie gewohnt, durchzuführen. Also musste das Training erstmal grundlegend neu geplant werden. Aber dank der nun sehr langen Vorbereitungsphase, ist das kein  großes Problem. Ich nutzte also die Zeit, um an meinen Schwächen zu arbeiten und um meine Bike-Kontrolle zu verbessern.

Zum Semesterstart begann bei mir der nun etwas andere „Alltag“ in Tübingen. Das Studentenleben spielt sich jetzt komplett online ab. Für mich keine große Umgewöhnung, da ich mir meine Zeit schon immer gerne selbst eingeteilt habe. So kann ich meinen Alltag, mit Uni und Training, einfach besser koordinieren. Der praktische Teil des Sportstudiums, der sonst die nötige Abwechslung zum Trial gebracht hat, fehlt mir trotzdem sehr. Deshalb bin ich zum Ausgleich jetzt des Öfteren mal auf dem Mountainbike unterwegs.

Trotz Corona bin ich in der glücklichen Lage – dank der Baden-Württembergischen Verordnung für Spitzensportler – weiter auf dem Fahrrad trainieren zu dürfen.

Einiges an Einfallsreichtum hat mir die Beschaffung von Trainingsgeräten abverlangt. Es gab Lieferengpässe in den Onlineshops und ich kam zum Schluss, dass ich wohl nirgendwo eine, zum Maximalkrafttraining geeignete, Langhantel bestellen kann. Also musste ich kreativ werden…

René Kircher, MC Hünfeld - Automobil-Rundstrecke

„Die momentane Lage in der Welt ist für alle Menschen sehr ungewohnt. Auch für die Motorsportwelt ist es sehr schwierig - Rennen werden verschoben oder sogar abgesagt. Noch ist alles ungewiss ob, wann und wie die Saison 2020 von statten gehen wird, dennoch muss sich jeder Sportler sorgfältig vorbereiten, um am Ball zu bleiben, denn die Konkurrenz schläft nicht.

Es ist sonderbar ohne den üblichen Gang ins Fitnessstudio - die sind alle geschlossen und man hat ja nicht mal eben so das nötige Equipment zu Hause. Ich habe aber einen perfekt auf mich abgestimmten Trainingsplan von ORTEMA, in dem viel mit Körpergewicht gearbeitet wird. Damit kann ich mich mit Home-Workouts und Fahrrad fahren, sehr effektiv vorbereiten.

Neben dem vielen Sport, den ich betreibe, muss ich mich zudem noch auf die Uni vorbereiten. Auch dort ist es noch ungewiss, wie das kommende Semester ablaufen wird.  Somit wird es wohl noch anspruchsvoller den Motorsport und die Uni unter einen Hut zu bekommen.

Einen Vorteil hat die Situation jedoch auch, denn ich verbringe sehr viel mehr Zeit mit der Familie. Heimwerken steht dann auf dem Programm.

Alles in allem ist es zwar eine seltsame Zeit aber mit der richtigen Motivation kann man sie sehr effektiv nutzen.“

Marvin El Maraai, MSC Salzbödetal- Rallye

Für den Rallye-Sportler vom MSC Salzbödetal ist die motorsportfreie Zeit eine Geduldsprobe.

„Fahrtechnisch kann man ja leider im Moment nichts machen, daher beschäftige ich mich oft mit Ausdauersport, wie Seilspringen und Joggen. Positiv ist, dass ich viel Zeit mit meiner Familie verbringen kann.

Meine Beifahrerin Jara und Ich arbeiten mit unserem Werbepartner gerade an den neuen Sponsorenmappen und betreiben Fehleranalyse in unseren Onboards.

Bevor die Saison weiter geht, planen wir einen Testtag, um optimal vorbereitet an den Start zu gehen. Wir können es gar nicht mehr abwarten wieder im Auto sitzen zu dürfen und gemeinsam über die Wertungsprüfungen zu fahren. Ich bin auf jeden Fall startklar!“

David Wagner, MSV Lahnberge - Enduro

Das 18-jährige Mitglied des MSV Lahnberge ist ein geduldiger junger Mann aber auch er kann es kaum abwarten, bis er wieder ordentlich Gas geben kann.

„Ich versuche die momentane freie Phase so gut es geht zu nutzen, denn sobald unsere Meisterschaft beginnt, möchte ich voll angreifen können. Dazu gehört natürlich die Einhaltung meines Trainingsplans, den wir von ORTEMA erhalten haben. Ich gehe Joggen und fahre Rennrad. Kraftübungen gehen, wegen der Schließung der Fitnessstudios, nur mit dem eigenen Körpergewicht. 

Glücklicherweise darf ich auf verschiedenen Privatstrecken trainieren und ich versuche so viel Bikezeit zu bekommen wie möglich. Wir haben drei Monate hart an einer optimalen Saisonvorbereitung gearbeitet. Ich möchte nicht, dass dies durch die Zwangspause verloren geht.

Meine Freizeit, fernab vom Sport, gestalte ich nun auch anders als gewöhnlich. Ich habe jetzt Raum für Dinge, die sonst etwas zu kurz kommen. Viel Zeit widme ich der Pflege meines Hochbeetes oder der Zubereitung leckerer, gesunder Gerichte mit meinem BBQ Smoker.“

Tom Koch, MSC Jena - Motocross

Für Spitzensportler ist die momentane Situation extrem schwierig. So kämpft sich auch MXGP Fahrer Tom Koch ohne seine geliebte KTM SXF 450 durch den Alltag.

„Leider durfte ich in diesem Jahr erst zwei Rennen bestreiten. Ich meine, es ist besser als gar keins, dennoch ärgert es mich, dass ich meine Leistung dieses Jahr nicht zeigen kann. Ich hatte einen sehr guten Winter. Habe viele Stunden auf dem Bike gesessen und auch  technisch nochmal Fortschritte gemacht. Ich nutzte das einwöchige, in Spanien stattfindende, Trainingslager des ADAC Hessen-Thüringen und verlängerte nochmals um drei Wochen. So war ich bestens auf die Saison vorbereitet. Tja, leider kam alles anders als geplant.

Ich habe inzwischen meinen Tagesablauf etwas umgestellt, helfe meinem Vater in der Firma und genieße die Gelegenheit, einmal länger als 5 Tage am Stück zu Hause zu sein. Trotzdem setze ich weiterhin mein Fitnesstraining fort und versuche mich bestmöglich auf dem Stand zu halten, den ich auch zu Saisonbeginn hatte. Ich verbringe viel Zeit mit Familie, Freunden und Freundin und nutze die freien Stunden, um ein wenig Ordnung zu schaffen. Deshalb habe ich meine Werkstatt erst mal komplett neu eingerichtet.

Mit meinem Bruder Tim und meinem Freund Henry Jacobi haben wir einen kleinen Dirtpark gebaut, direkt in den Garten von Henrys Vater. Hier lassen wir regelmäßig die Pitbikes fliegen - das macht eine Menge Spaß!“

Marvin Witter, Starkenburger AMC - Supermoto

„Mit Corona geht es für mich in eine zweite Vorbereitungsphase. Ich trainiere weiterhin fleißig, um für den, hoffentlich so schnell wie möglich stattfindenden, Saisonstart bestens vorbereitet zu sein.

Leider können wir ja zurzeit nicht mehr auf unsere Rennstrecken oder in unsere Fitnessstudios. Mein Crossfit-Studio hat deshalb eine tolle Initiative gestartet. Sie verleihen ihr Equipment für diese Zeit und jeden Tag werden neue Workouts für zu Hause bereitgestellt. Somit kann ich fast wie gewohnt weiter trainieren. Zusätzlich gehe ich ein paar Mal mehr laufen als gewöhnlich.

Langeweile habe ich keine, meine Ausbildung läuft wie gewohnt weiter. Nebenbei ziehe ich gerade um, die freie Zeit kann ich also für Renovierungsarbeiten gut nutzen.

Dennoch fehlt ohne den Motorradsport ein wichtiger Teil meines Lebens. Meine ganze Familie ist Motorsport begeistert und deshalb haben wir in unserem Garten ein kleines Elektroroller-Rennen ausgetragen. Ganz ohne geht es eben für uns alle nicht.

Kian Max Eichmann, MC Pfungstadt - Kartrennsport

Wenn der Motorsportler nicht auf die Rennstrecke darf, dann muss er sich halt mit Themen rund um den Rennsport beschäftigen.

„Ich brenne darauf endlich wieder in mein Kart steigen zu dürfen. Da das leider momentan so nicht möglich ist, ist Kartpflege und Theorie angesagt. Mein Papa hat mir viel zum Thema Technik erklärt und wie die Zusammenhänge zum Verhalten des Karts auf der Strecke sind. Ausprobiert habe ich das dann in verschiedenen Spielen am Simulator und ich konnte sogar schon einiges richtig gut umsetzen.

Neben meinem Sportprogramm, welches ich über die Woche verteilt durchführe, versuche ich aber noch mehr an meiner Fitness zu arbeiten. Dabei liebe ich die Abwechslung. Ich mache Fahrradtouren, Dehnübungen, fahre Inline Skates, und jogge viel. Da das Wetter so schön ist, kann ich danach noch in unserem Pool ausspannen.

Obwohl ich keine Langeweile habe, vergeht kein Tag an dem ich nicht an meinem Kart vorbei gehe und ab und zu lassen ich den Motor an, zum Träumen und um ein Gespräch zwischen Maschine und Fahrer zu führen. Ich vermisse die Rennstrecke und auch meine Freunde an der Strecke!“

Nick Filler, AMC Schleizer Dreieck - Motorrad-Rundstrecke

„Corona-Krise bedeutet, in vielerlei Hinsicht, abwarten. Damit gebe ich mich aber nicht zufrieden. Eigentlich sollte ich längst schon wieder auf meiner Suzuki sitzen und im Twin Cup 700 um Positionen kämpfen. Doch die Rennstrecken sind geschlossen.

Fit bleiben muss ich trotzdem - also mache ich mindestens drei Mal wöchentlich Sport. Dazu gehe ich joggen oder mache Krafttraining zu Hause.

Ende Mai stehen die Zulassungsprüfungen für die gymnasiale Oberstufe an. Um mich darauf vorzubereiten, darf ich jetzt wieder in die Schule gehen. In den letzten Wochen habe ich täglich mehrere Stunden mit den Aufgaben zugebracht, die mir meine Lehrer online zur Verfügung gestellt haben.

Daneben habe ich mich aber auch im Geschäft meiner Mutti eingebracht. Sie näht inzwischen Behelfsmasken, um ihren kleinen Laden, auch in der Krise, in Gang zu halten. Die ganze Familie hat mit angepackt und konnte inzwischen knapp 3500 Masken fertigstellen.

Wenn ich zwischendurch noch etwas Freizeit finde, nutze ich diese gern, um mir auf der Playstation, durch diverse Rennspiele, die Strecken anzuschauen, auf denen ich hoffentlich bald wieder fahren kann.

Max Neumann, MC Moorgrund - Motocross

„Auch für mich waren die letzten Wochen nicht immer einfach. Vormittags habe ich meine Schulaufgaben erledigt und dann habe ich versucht, den fehlenden Motorsport durch viel Bewegung und sportliche Betätigung zu ersetzen.

Ich habe an den Online-Sportkursen meiner Mutter teilgenommen - das war Yoga und Muskelaufbau. Aber am coolsten war der Sportkurs mit Antonio Cairoli via Instagram.“

Für Max stand in diesem Jahr der Umstieg von der 50er auf das 65ccm Motorrad an. Gerade ihm fehlt jetzt natürlich das so wichtige Training. Muss man doch, ab sofort, schalten. Dafür haben sich Max Eltern eine tolle Lösung überlegt. „Ich habe jetzt ein Trial-Motorrad. Mit dem kann ich schalten übern und auch Balance und Koordination werden trainiert.  Einen riesigen Spaß macht es, damit über unsere selbst gebauten Hindernisse zu fahren.

Super finde ich, dass mein kleiner Bruder Tony auch endlich Spaß am Motorrad fahren gefunden hat und jetzt auf seiner PW immer mit mir unterwegs ist. Überhaupt ist die Zeit mit meiner Familie toll. Um uns unsere Heimat näher zu bringen, gehen meine Eltern mit uns viel wandern. Drachenschlucht, Steinsee, alles wird erkundet und jeder Berg bestiegen.

Auch wenn ich keine Langeweile habe, hoffe ich, dass ich bald wieder mit Collin Dugmore trainieren darf.“

Fabian Kreim, MSC Rodenstein - Rallye

„Die momentane Situation ist für niemanden einfach. Für uns Motorsportler schon gar nicht. Dennoch versuchen wir das Beste daraus zu machen.

In der „motorsportfreien“ Zeit, habe ich mich hauptsächlich körperlich fit gehalten. Mein Partner Merida hat mir ein tolles Rennrad zur Verfügung gestellt,  mit dem fahre ich bei dem guten Wetter fast 200 Kilometer wöchentlich. Natürlich kommt auch ab und zu mal das Mountain Bike zum Einsatz.

Neben dem Fahrrad fahren habe ich meine Karts fertig vorbereiten, da ich, parallel zum Rallyesport immer noch an Kartrennen teilnehme.

Aber die meiste Zeit verbringe ich in meinem selbst gebauten Simulator. Dort fahren wir virtuell Rallye Meisterschaften. Da momentan leider fast alle Rallyes abgesagt wurden, hat sich der Veranstalter der Auftakt-Rallye zur Europameisterschaft überlegt, dass wir den ersten Lauf „virtuell“ fahren könnten. Eine tolle Sache - es waren über 1400 Teilnehmer am Start. Aber dennoch kommt es nicht ran an den richtigen Motorsport. Ich hoffe, dass wir alle bald wieder im echten Rennauto sitzen können!“

Timo Eckstein, Fuldaer AC - Kartrennsport

Motorsportfreie Zeit heißt für viele Sportler auch einfach mal das machen, wozu man im normalen Rennbetrieb keine Zeit hat.

Im Falle des 15-jährigen Timo Eckstein, vom Fuldaer AC, heißt das Gartenbau. „Wir gestalten unseren Garten komplett neu. Im Moment ist es noch eine große Baustelle, aber wenn alles steht wird es toll. Ich helfe, so gut ich kann mit und freue mich vor allem auf das neue Schwimmbad.

Aber auch sonst kommt bei mir keine Langeweile auf, denn von unseren Lehrern bekommen wir sehr viel Lernstoff, den wir bearbeiten müssen, fast mehr als zu Schulzeiten.

Nebenbei fahre ich viel Fahrrad und gehe Joggen. Eine besondere Challenge sind die Fußballspiele mit meinem Hund.  Alles, um fit zu sein, wenn es wieder losgeht.“

Bernard Moufang, MSC Rund um Schotten - Rallye

„Ich hatte das Glück, dass ich vor dem Beginn der Restriktionen bereits eine Rallye, die ADAC Werra Meißner Rallye, bestreiten konnte. An meinem BMW wurden über den Winter alle Revisionen durchgeführt. Jetzt geht es um Feinheiten. Also arbeite ich, bis es wieder weiter geht, mit Unterstützung von ROMO-Motorsport, an meinem Fahrwerks-Setup. Ich war bei dem Saisonauftakt mit dem Fahrverhalten meines Autos nicht zu 100% zufrieden..

Privat hat sich für mich nicht viel geändert, denn meiner Arbeit als Konstrukteur kann ich weiter nachgehen.

Um meine Fitness aufrechtzuerhalten, sitze ich sehr viel auf meinem Mountainbike. Zudem habe ich mal wieder die Laufschuhe ausgepackt. Darüber hinaus stärke ich meine Muskulatur durch Athletiktraining.

Die Organisatoren des HJS-DRC plant die Saison Anfang August fortzusetzen und ich hoffe sehr, dass es dazu kommt. Die Gesundheit Aller steht aber selbstverständlich an erster Stelle.

Maximilian Betz, MSC Gründautal - Autocross

„Mit so einer Krise konnte niemand rechnen. Die Corona Pandemie hat all unsere Pläne für 2020 in den Sand gesteckt. An die Auswirkungen auf unsere Wirtschaft will ich noch gar nicht denken. Es wird ein schwieriges Jahr für alle Privatleute und Unternehmen, mit hoffentlich gutem Ausgang.

Da rückt der Motorsport natürlich in die zweite Reihe. Aber trotzdem blicke ich, mit scharrenden Hufen in die Garage meines Vaters, in der unser Rennauto startbereit steht. Ähnlich wie mein Vereinskollege Steven Laubach, konnte ich einen ersten Test im März bestreiten, nun kann ich es kaum erwarten wieder zurück auf die Strecke zu kommen. Bereits jetzt laufen erste Planungen von Testwochenenden, damit wir sofort reagieren können, wenn es heißt: START YOUR ENGINES!

In der Zwischenzeit fahre ich Inliner, gehe  joggen und mache zu Hause Kraft- und Stabilitätsübungen.

Ein Bekannter hat die virtuelle "RX Home Challenge 2020" ins Leben gerufen. Hier gehen 17 aktive- und nicht aktive Fahrer, in 5 Rennen und einem Superfinale, an den Start. Die Meisterschaft wird live auf "Twitch" übertragen und wir sind in den sozialen Medien sehr aktiv. Deshalb verbringe ich viel Zeit im Simulator zwecks Trainings. Die Meisterschaft kann ich zwar nicht mehr holen aber der zweite Platz ist drin.“

Oliver Jüngling, MSC Sechshelden – Motocross

Wie bei allen anderen Kids auch  beginnt Olivers Tagesablauf mit Homeschooling. „Das klappt ganz gut. Da ich nur Motocross fahren kann, wenn in der Schule alles gut läuft, strenge ich mich natürlich auch zu Hause an.

Vier bis fünf Mal wöchentlich jogge ich bei uns auf der Wiese, dazu kommt noch Intervalltraining und auch der Heimtrainer wird oft genutzt. Vor einigen Wochen habe ich ein neues Fahrrad bekommen mit dem ich viel Zeit  verbringe. Auf unserer Wiese gibt es Hindernisse und da kann man toll springen.

Da auf einigen Strecken wieder ein wenig trainiert werden kann, durfte auch ich endlich  fahren und ich hoffe wirklich sehr, dass bald überall Training möglich ist - oder sogar Rennen?“

Luca Frank, MSC Waldkappel-Breitau - Motocross

Wenn man neun Jahre alt und Motocrosser ist, dann liegt einem das Thema Fitness förmlich im Blut. Es vergeht schließlich kaum eine Sekunde, in der man nicht in Bewegung ist.

Trotzdem folg Luca einem Trainingsprogramm. „Ich gehe jeden Tag  laufen oder Fahrrad fahren. In meinem eigenen, kleinen Fitness-Studio, kann ich jederzeit die Übungen machen, die uns unsere Trainer immer zeigen. Außerdem fahre ich gerne mit meinen Geschwistern Roller.

Wenn mir neben den Schularbeiten noch Zeit bleibt, helfe ich meinen Eltern bei der Gartenarbeit, denn ich bin sehr gerne draußen. Ich schaue mir aber auch oft Motocross-Rennen über YouTube an und Cross-Zeitschriften sind mein täglicher Begleiter.“

Lennart Marioneck, Fuldaer AC - Automobil-Rundstrecke

„Natürlich sind die Bedingungen aktuell besonders, aber für mich hat sich tatsächlich noch nicht zu viel verändert. In unserer Firma wurde keine Kurzarbeit angemeldet, also arbeite ich „normal“. Da ich viel Zeit auf Testgeländen verbringe, kann ich auch nicht öfter als sonst im Home Office arbeiten. Generell freue ich mich darüber, da ich so auch die Möglichkeit habe Zeit an der frischen Luft zu verbringen.

Was den Motorsport angeht, mache ich mir tatsächlich etwas Sorgen, da durch die wirtschaftliche Belastung, sicher einige Teams und Sponsoren ins straucheln geraten. Aktuell habe ich keine Information, ob auch mein Fahrerplatz davon betroffen ist. Wir stehen aber in regelmäßigen Austausch und bis jetzt sieht noch alles gut aus.

Das gute Wetter habe ich nutzen können, um noch mehr zu trainieren als gewöhnlich. Zusätzlich zum Joggen, habe ich mein Mountainbike ausgepackt und radle ca. 60 Kilometer.

Im Team haben wir jetzt einen eigenen Server für Online-Racing und treffen uns alle zwei bis drei Tage zum Sim-Racing. Das macht viel Spaß und schafft trotz der Distanz ein gutes Teamgefühl.“

Konstantin Keil, KMC Kassel - Rallye

„Bei uns hat sich nicht viel geändert. Zum Glück haben wir alle arbeitstechnisch genug zu tun, so dass es uns nicht langweilig wird. Ein wenig Sport machen wir natürlich auch, wir möchten ja einsatzfähig sein, sobald es endlich zur nächsten Rallye geht.

Außerdem haben wir neue Teamkleidung entworfen.

Wir vermissen das Rallye fahren selbstverständlich und scharren schon mit den Reifen!!!“

Lean Kircher, MC Hünfeld – Kartrennsport

Der 7-Jährige vom MC Hünfeld ist noch gar nicht richtig im Renngeschehen angekommen. Erst im letzten Jahr hatte er mit Kaislalom angefangen und jetzt sollte der Schritt auf die Rundstrecke erfolgen. Doch auch für ihn verlängert sich die Wartezeit, denn alle Kartbahnen sind geschlossen, alle Startampeln stehen auf Rot.

„Mein Papa und ich schrauben oft an meinem Kart und verbessern es und manchmal darf ich bei uns auf dem Grundstück eine kleine Runde drehen.

Für die Schule muss ich sehr viele Hausaufgaben machen, die uns unser Lehrer gegeben hat. Wenn ich das geschafft habe, fahre ich ganz viel Fahrrad mit meinem Papa, damit wir fit bleiben.

Aber so langsam bin ich froh wenn ich auf die Rennstrecke darf. Ich hoffe es geht bald los, denn ich kann es nicht mehr abwarten!“

Marius Martin, MSC Tannengrund Apolda – Enduro

In der Corona-Zeit ist es schwierig, sich fahrtechnisch auf die Saison vorzubereiten. Zum Glück bekam ich die Möglichkeit, in einer Tongrube mein Können auf dem Motorrad auf andere Art zu trainieren, denn für den Enduro-Sport braucht man auch Geschicklichkeit und Balance auf dem Bike. Wenn man dann noch mit abgefahrenen Reifen trainiert, wird das Gelände schwieriger, da man wenig Grip findet. Das war eine lehrreiche Zeit und ich konnte meine Hardenduro-Fähigkeiten verfeinern.

Aber auch, wenn ich zu Hause bin, trainiere ich täglich. Ich mache verschiedene Workouts, die  den ganzen Körper beanspruchen.

Natürlich vergeht die Zeit auch ohne Enduro, trotzdem hoffe ich sehr, dass es bald weiter geht.

Leon Rudolph, MC Schmölln - Motocross

Corona hat die Welt fest im Griff und das Leben läuft anders ab, als gewohnt. Das gilt auch für Motocrosser Leon. Eigentlich hätte der 14-Jährige jetzt schon einige hochklassige Rennen bestritten, so bleibt ihm nichts übrig als abwarten und bereit zu sein, sobald das Startgatter wieder fällt.

„Mein Tag beginnt erst mal mit Schulaufgaben. Es ist schon anstrengend und ich muss mich oft motivieren, denn so alleine macht lernen nicht so viel Spaß.

Da ich hart an meiner Fitness arbeiten muss, mache ich jeden Tag Intervalltraining. Ich bin konsequent dabei, denn ich möchte die restlichen Rennen des Jahres in Top Form antreten. Hoffentlich sind es noch viele. Ich freue mich auf alle meine Cross-Freunde und meine Trainer.

Mit meinem Kumpel Roy fahre ich oft Fahrrad. Wenn wir das Rennrad nehmen, sind wir ca. 60 Kilometer unterwegs. Unsere Mountainbike Strecke im Wald ist zwischen 30 und 40 Kilometer lang. Das macht mir viel Spaß und spornt mich an.

Zum Joggen gehe ich alleine und achte dabei immer auf meine Pulsuhr, damit ich im richtigen Pulsbereich laufe. Das Training findet vier Mal in der Woche statt und ich bin gut im Plan.“

Micky Winkler, AMC Schleizer Dreieck - Motorrad-Rundstrecke

„Auch mich nervt die Corona Zeit mittlerweile aber ich gebe mein Bestes, damit ich weiter motiviert und fokussiert bleibe. Ich denke, dass ich so auf die, hoffentlich bald, anstehenden Aufgaben gut vorbereitet bin.

Zurzeit benutze ich drei Dinge am meisten - den Fitnessraum, den - Simulator und das Minibike.

Ich denke, was im Fitnessraum passiert ist jedem klar, ich versuche natürlich wie alle anderen auch, so fit wie möglich zu bleiben, bis ich endlich wieder auf mein Bike steigen kann.

Der Simulator gibt mir die Möglichkeit, mir die verschiedensten Rennstrecken einzuprägen und das Gefühl nicht zu verlieren. Auch wenn ich dabei ein Auto nutzen muss und es nicht ansatzweise so schön ist, wie das echte Racing, macht es trotzdem Spaß und ich trainiere dabei meine Konzentration.

Oft sitze ich momentan auf meinem Minibike - einfach um das Gefühl zu haben mal wieder auf einem Motorrad sitzen zu können, auch wenn es nicht mehr ganz der Größe meines richtigen Arbeitsgerätes entspricht.“

Marian Ristevski, MC Werratal-Heringen - Motorrad-Trial

Da das Vereinsgelände im Moment nicht als Trainingsort genutzt werden kann, müssen alternative Trainingsmöglichkeiten her.

„Ich durfte in den letzten Wochen ein paar Mal in einem nahe gelegenen Steinbruch trainieren. Das war toll und kam nah an das, was wir bei uns im Gelände so machen können. Zusätzlich habe ich natürlich zu Hause im Garten einige Trockenübungen mit dem Motorrad gemacht und dabei mein Gleichgewicht trainiert. Das Gefühl auf dem Motorrad zu stehen, geht sonst schnell verloren.

Auch mit meinem Trial-Fahrrad habe ich auch schon öfter geübt, dafür haben wir im Garten einige Paletten aufgebaut.

Ich bin vor der Krise auch schon viel Fahrrad gefahren, aber seitdem ich noch mehr Zeit dafür habe, werden die Touren mit meinem Mountainbike noch größer. Ich fahre mit meinem großen Bruder eine große Runde.

Wenn ich mal keine Lust habe zu fahren - Fahrrad, Motorrad, Skateboard oder Stunt-Scooter, schaue ich mir einige Trial-Videos auf YouTube an.

Außerdem gehe ich sehr viel wandern, Abenteuer-Wandern. Ich habe eine gute Ausrüstung und trainiere damit meine Ausdauer und auch meine Orientierung.

Ich hoffe natürlich, dass wir bald wieder in die Saison starten können, auch wenn es dann nur noch ein paar Läufe sein werden.

Paskal Ristevski, MC Werratal-Heringen - Motorrad-Trial

Auch wenn es für das Mitglied des MC Werratal Heringen jetzt wieder in die Schule geht, war natürlich auch für ihn eine lange Zeit Homeschooling angesagt.

„Um mich fit zu halten, fahre ich fast täglich 20 Kilometer mit meinem Mountainbike. Manchmal begleitet mich dabei mein kleiner Bruder Marian. Mit ihm zusammen durfte ich auch ab und zu in einem Steinbruch trainieren. Oft nehme ich auch mein Trial-Fahrrad um meine Skills auf dem Vorder- sowie Hinterrad zu verbessern.

Außerdem fahre ich noch auf meinem Longboard und spiele Basketball oder Football.

Ich hoffe sehr, dass wir bald in die Saison starten und zumindest eine verkürzte Meisterschaft austragen können.“

"Erfolgreicher Quereinsteiger"

Sparte:Automobil-Rundstrecke
Wohnort:Darmstadt
Ortsclub:Fuldaer AC e.V. im ADAC
Alter:30 Jahre
Beruf:Ingenieur
Fahrzeug:Lamborghini Gallardo R-EX
Sportliche Erfolge:2008: Vizemeister ADAC Logan Cup im Team ADAC Hessen-Thüringen 3
2009: Meister ADAC Logan Cup im Team GTO-Motorsport
2011: Meister ADAC Cruze Cup
2012: Vizemeister ADAC Procar Div. 2
2016: P2 Reiter Young Stars
2017: P3 GT4 European Series,
P2 Reiter Young Stars

2007 nahm Lennart Marioneck am Nationalen A-Lizenzlehrgang Automobil-Rundstrecke des ADAC Hessen-Thüringen teil. Er überzeugte sofort mit Schnelligkeit und Talent, und so fand sich der 30-Jährige im ADAC Logan Cup wieder. 

Hier startete er in einem Team des ADAC Hessen-Thüringen, das mit einem Vizetitel und 2009 sogar mit dem Meistertitel überzeugen konnte. „Der Logan Cup war für mich rückblickend eine tolle Zeit. Die Arbeit im Team hat viel Spaß gemacht, und es war eine perfekte Plattform für den Rennsport-Nachwuchs. Günstige Autos und Ersatzteile und ein großes, starkes Fahrerfeld machten die Serie nicht nur attraktiv, sondern auch lehrreich. Ich konnte mich in den zwei Jahren extrem weiterentwickeln – Dinge wie RennIntelligenz und Zweikampf-Verhalten kann man nur im Rennbetrieb lernen.“

Der Ingenieur vermisst solche Formen von Einstiegsserien heute. „TCR, Formel 4, GT 4 sind tolle Formate, allerdings viel zu teuer. Wenn du ein kleines Budget zur Verfügung hast, ist der Einstieg kaum machbar. Andere Serien sind kostengünstiger, verfügen aber über kein starkes Fahrerfeld, sodass die Weiterentwicklung für ein Talent kaum möglich ist.“ Nach dem Gewinn des ADAC Cruze Cup wurde das Mitglied des Fuldaer AC in die ADAC Stiftung Sport aufgenommen. Nach dem Vizetitel in der ADAC Procar Div. 2 folgte dann der Aufstieg in die ADAC GT Masters. „Ohne finanziellen Background ist es schwer, sich in solch einem Fahrerfeld zu behaupten. Da steht auf der einen Seite der Profi, der täglich die Möglichkeit hat, Zeit im Rennauto zu verbringen, und auf der anderen Seite stehen die Amateure, die ihr ganzes Potenzial in 15 Tagen Rennbetrieb abrufen müssen. Da überlegst du schon ‘mal, ob du im Ernstfall reinhältst, um vorne zu sein, oder doch zurücksteckst, um das Rennen ohne Schaden beenden zu können.“

Um das finanzielle Problem zu lösen, bewies Marioneck außergewöhnliche Eigeninitiative und ging wortwörtlich „Klinken putzen“. Er überraschte beispielsweise ein Automobil-Geschäft mit einem Auftritt in voller Rennfahrermontur. So schaffte er, was selten Fahrern in seinem Alter gelingt: Er gewann so viele Sponsoren für sich, dass er seinen Traum weiter verfolgen konnte, und zwar bis zum heutigen Tag. „Leider ist die Sponsorensuche viel schwerer geworden. Die meisten Firmen scheuen sich, in den Motorsport zu investieren, da das Interesse in der Öffentlichkeit nachgelassen hat. Klar, die Spitzen-Serien wie Formel 1 und Moto GP haben hohe Einschaltquoten, aber unbekanntere Serien, gerade im Nachwuchsbereich, haben kaum Publicity.“

Was ihn am Motorsport fasziniert – der Perfektionismus, den man aufbringen muss, um sein Fahrzeug für die Dauer des gesamten Rennens am Limit zu halten. Für die nächste Saison wünscht sich Marioneck ein Cockpit in einem GT4 Germany Team. Die Suche läuft und wir sind sicher, dass er weiterhin alles geben wird, um sein Ziel zu erreichen. 

Wir drücken ihm fest die Daumen!

"Allround-Talent auf Erfolgskurs"

Sparte:Motocross
Wohnort:Darmstadt
Ortsclub:MC Pfungstadt e.V. im ADAC
Alter:10 Jahre
Beruf:Schüler
Fahrzeug:KTM SX 65
Sportliche Erfolge:Meister Moto Cross Cup ADAC Hessen-Thüringen Klasse Kids Challenge
3. Platz Moto Cross Cup Klasse 65 ccm
8. Platz ADAC MX Bundesendlauf Klasse 65ccm

Ein Arbeitskollege des Vaters brachte die Familie Euler zum Motocross. In Schaafheim durfte Bjarne zum ersten Mal auf eine Piwi steigen und das gefiel ihm so sehr, dass unter dem Weihnachtsbaum alsbald seine erste 50ccm Maschine stand. Seither hat sich einiges getan. Der 10-Jährige ist dem Automatik-Motorrad entwachsen und fährt seither eine KTM SX 65. Eine stattliche Anzahl an Rennen hat er seither bestritten und man nennt ihn  mittlerweile zu Recht „Mister Holeshot“, da er ein unglaublich guter Starter geworden ist. 

2017 wurde Bjarne in den Kids Kader des ADAC Hessen-Thüringen gerufen und wird jetzt von Trainer Collin Dugmore trainiert. Papa Magnus schreibt alle Tipps des Altmeisters kräftig mit und so ist sein Filius langsam aber sicher ein ernstzunehmender Gegner für seine 65ccm Kollegen geworden. Auf die Frage, warum er sich in diesem Jahr so sehr verbessert hat, hat er natürlich eine Antwort. „Wir haben in diesem Jahr wirklich hart trainiert, viel mehr als im letzten Jahr.“ Nach den Sessions oder Rennen setzen sich Vater und Sohn gemeinsam an die Rennanalyse und das erklärt wohl auch Bjarnes Herangehensweise an den Motocross-Sport. Denn zwar ist für ihn Springen das Beste aber toll findet er, dass er so viele unterschiedliche Dinge austesten kann. „Mir gefällt, dass man durch Veränderung der Spuren oder durch Positionswechsel auf dem Bike – Stehen und Sitzen – viel an den Rundenzeiten ändern kann.“ Trainer Collin Dugmore ist natürlich begeistert von dieser Einstellung. 

Was den Darmstädter  weiterhin auszeichnet, er ist für sein Alter überdurchschnittlich fit. Was da sein Geheimnis ist, nichts Besonderes, „nach den Hausaufgaben gehe ich immer raus und fahre den ganzen Tag Fahrrad oder renne rum. Ich bin gerne aktiv!“ So sind seine anderen Hobbys natürlich auch eher sportlich. BMX, Standroller Fahren und Zeichnen.

Seine Vorbilder sind keine Unbekannten,  Jeffrey Herlings, Ken Roczen und Marvin Musquin, letzterer vor allem wegen des tollen Fahrstils.

Bjarnes Traum ist es, später Motocross Weltmeisterschaft und Supercross zu fahren. Supercross so sagt er, ist  toll weil man ständig in der Luft ist. „Ich glaube auch, dass mir SX sehr gut liegt, alles hängt davon ab, dass man über die Anlieger mit hoher Geschwindigkeit durch die Kurven kommt, um dann schön weit springen zu können.“

Wir freuen uns schon jetzt darauf die #282 weiterhin beobachten zu können.

"Newcomer mit Zukunftsvision"

Sparte:Rallye
Wohnort:Schauenburg
Ortsclub:MSC Emstal e.V. im ADAC
Alter:22 Jahre
Beruf:KFZ Mechatroniker
Fahrzeug:Mitsubishi Lancer Evo 9

 

Die Geschichte beginnt wie so oft - „Papa hat schon in den 70ern aktiven Rallyesport betrieben“ - angesteckt von der Leidenschaft des Vaters, folgten erste Fahrten als Beifahrer. 2015 dann der erste Einsatz als Pilot. Das Mitglied des MSC Emstal machte seine ersten Schritte hauptsächlich bei kleineren regionalen Rallyes. 

2017 kam er in die Sportlerförderung des ADAC Hessen-Thüringen und sammelte erste Kilometer in einem Deutschen Meisterschaftslauf. In diesem Jahr bestreitet er seine erste komplette ADAC Rallye Masters Saison.

„Es war schon die richtige Entscheidung, klein anzufangen, um in der Szene erste Erfahrungen zu sammeln. Der Lerneffekt einer Prädikatsveranstaltung ist allerdings viel höher. Das starke Starterfeld, die vielen WP-Kilometer, die Streckenauswahl - das ganze Umfeld ist nicht zu vergleichen.“

Die ersten Veranstaltungen liefen durchwachsen, viele technische Probleme verhinderten, dass seine guten Leistungen auch aus den  Ergebnislisten herauszulesen waren. Ein Freund schaffte es mit tollem Einsatz, Sponsoren zu finden, die Chris bei der Wartburg Rallye einen Einsatz in einem Skoda Fabia R5 ermöglichten. „In einem aktuellen Top-Fahrzeug zu sitzen, war ein super Gefühl. Ich bin wirklich dankbar für die Chance und die Erfahrung. Endlich konnte ich mal zeigen, was ich kann.“

Auf die Frage was er sich für die Zukunft an Veränderungen in der deutschen Rallye-Landschaft wünschen würde:  „Die Unterstützung an der Basis sollte stärker werden. Die Einsteigerserien sind doch sehr teuer. Nicht jeder ist in der Lage, einfach ein Fahrzeug von seinem Vater fahren zu dürfen. Das Reglement müsste dafür vereinfacht werden. Ich bin unbedingt dafür, alle sicherheitsrelevanten Punkte umzusetzen aber es muss gerade für die Nachwuchsfahrer finanzierbar bleiben. Eventuell ein Rallye Youngster Cup – ähnlich strukturiert wie der ADAC Slalom Youngster Cup.“ 

Für seine Zukunft bleibt der Hesse bodenständig. Ich würde in dieser Saison schon gerne unter die ersten Fünfzehn fahren und dann in der nächsten Saison die Top 10 der Deutschen Rallye Meisterschaft erreichen. 

Wir wünschen dem Youngster viel Erfolg dabei.

"Immer alles geben aber nie über das Limit gehen"

Sparte:Motorrad-Rundstrecke
Wohnort:Nobitz
Ortsclub:MC Schmölln e.V. im ADAC
Alter:17 Jahre
Beruf:Schüler
Fahrzeug:KTM RC 390R
Sportliche Erfolge:2017: Deutscher Meister IDM SSP 300; Nachwuchsmotorsportler des Jahres ADAC Hessen-Thüringen
2016: Vizemeister  ADAC Junior Cup

„Immer alles geben aber nie über das Limit gehen“ so erklärt Jan-Ole Jähnig die Faszination Rennsport. Denn wenn man das Limit überschritten hat, landet man im Straßenrennsport meistens im Kiesbett und das Rennen ist vorbei. Das versucht der Thüringer natürlich so gut es geht zu vermeiden, in seinem ersten Jahr in der Supersport 300 Weltmeisterschaft. „So ganz so zufrieden bin ich noch nicht mit mir, es passieren noch zu viele Fehler aber die macht man halt, wenn man lernt“ 

Zum Rennsport animiert hatte der Vater. Der besuchte damals einige Rennstreckentrainings und das gefiel dem Junior so gut, dass er selbst ein Bike besteigen wollte. Zunächst startete der Mann vom MC Schmölln im ADAC Mini Bike Cup. Dort hätte man Jan-Ole noch keine WM-Karriere attestiert, denn er tat sich eher schwer in den ersten drei Rennjahren, was er wohl nicht zuletzt seiner Körpergröße zu verdanken hatte. Dies bewies dann auch der Umstieg auf das größere Bike. Im Junior Cup ließ der KTM Fahrer sein Talent aufblitzen, indem er Spitzenzeiten auf den Asphalt zauberte. „Leider bin ich in dem ersten Rennen direkt zweimal gestürzt und das hat ein gutes Ergebnis zunichte gemacht. Aber der Umstieg auf das größere, schnellere Bike und von der Kartbahn auf die große Rennstrecke ist schon gewaltig.“ Die Spitzenzeiten fielen auch den Talentscouts auf und so wurde er in die Talentförderung des ADAC Hessen-Thüringen berufen, ein Jahr später rief die ADAC Stiftung Sport.

Tägliches Training im Bereich Kondition, Kraft und Mentaltraining sollen dem Talent dabei helfen, seine Ziele zu erreichen. Zusätzlich dazu findet man Jan-Ole bis zu dreimal wöchentlich auf der Motocross-Strecke. Dass dies ein gutes Training ist, haben Valentino Rossi, Marc Márquez und Co bereits bewiesen.

In dieser Saison möchte der Fahrer des Racing Team Freudenberg noch mit möglichst vielen guten Ergebnissen glänzen, 2019 soll es dann auf Titelkurs gehen. Fernziel ist die Moto 2 Weltmeisterschaft. „Die Supersport WM ist ein Zwischenziel, leistungsstark aber kostengünstiger, um einen Einstieg in die Spitzenklasse zu bekommen. Gerade für deutsche Fahrer ist das nicht so einfach.“  

Wir wünschen dem jungen Talent viel Erfolg auf seinem weiteren Weg.

"Aus Hobby wurde Leidenschaft"

Sparte:Kart
Wohnort:Wehrheim
Ortsclub:MSC Wittgenborn e.V. im ADAC
Alter:12 Jahre
Beruf:Schüler
Fahrzeug:Gillard Kart OK Junior
Sportliche Erfolge:2017: 2. Platz Westdeutscher ADAC Kart Cup Bambini
und 6. Platz ADAC Kart Masters Bambini

 

Der Einstieg des 12-jährigen Julien Koch ist anders als bei den meisten Kart-Piloten. Papa Oliver hatte dem Junior einen Gutschein zum Leihkartfahren in Wittgenborn geschenkt. Als der Bahnbetreiber ihm nicht gestattete mit einem „großen“ Kart zu fahren erwiderte er „ok, ich komme wider und zeige Ihnen wie gut ich Kart fahren kann“. Das war die Geburtsstunde des Rennfahrers Julien Koch. Das ist jetzt ca. dreieinhalb Jahre her und seitdem arbeitet der Hesse stetig daran immer weiter nach vorne zu fahren.

Sein erfolgreichstes Jahr verbuchte er 2017. Mit Platz zwei im WAKC und einem 6. Rang bei den Masters hat er sich erfolgreich von seinem Bambini Kart verabschiedet. In der kommenden Saison wagt er den Sprung in die OK Junior Klasse und will sich dort im Feld der Deutschen Kart Meisterschaft und den ADAC Kart Masters unter den Spitzenfahrern etablieren.

Mittlerweile ist Julien Mitglied im MSC Wittgenborn. Neben dem Fitnesstraining, das Julien wöchentlich abspult, gibt es natürlich Fahrertraining. „Ich habe auch schon an dem Training der Jugendgruppe mit Trainerin Lena Heun teilgenommen. Lena ist schnell, das hat mir einiges gebracht.
Der 12-Jährige ist jetzt schon ein Medienprofi. Er hat keine Scheu vor Interview-Fragen und weiß auch genau wie er sich vor der Kamera präsentiert. Von wem er diese Gabe hat – vom Papa denkt er – „der ist genauso wie ich“. Julien weiß genau, dass diese Aufgabe am Streckenrand ähnlich wichtig wie das fahrerische Können ist, denn Rennsport ist teuer und für sein Fernziel, die Formel 4 müssen einige Sponsoren gefunden werden. Diese Arbeit erledigt er mit dem Vater zusammen, besucht Sponsoren und steht der Presse Rede und Antwort. 

Zielstrebig – Schnell – MOTORSPORTLER, so beschreibt sich Julien und wir sind sicher, dass er uns das auf der Rennstrecke auch beweisen wird.

"Tanz um die Pylonen"

Sparte:Automobil-Slalom
Wohnort:Heuchelheim
Ortsclub:AMC Gießen e.V. im ADAC
Alter:23 Jahre
Beruf:KFZ Mechatroniker im Studium Maschinenbau
Fahrzeug:Porsche 944 Turbo GTR / BMW 318 TI Cup
Sportliche Erfolge:2013: Main-Kinzig-Slalom Pokal Platz 1, 2014: Deutscher Automobil-Slalom Meister

 

11 Jahre alt war Florian als sein Werdegang im Motorsport beginnt. Florians Vater war von je her Motorsport begeistert und das steckte den Filius natürlich an.

Damals startete der Heuchelheimer im Slalom-Kart, konnte aber da schon sein Talent zeigen und heimste zahlreiche Titel ein. 2012 kam dann der Wechsel in den Automobil-Slalom, den ADAC Slalom-Youngster-Cup. „ Der Youngster Cup ist mit Abstand die beste Möglichkeit in den Slalom Sport einzusteigen. Man profitiert unglaublich durch die Erfahrung und die Kontakte der Ansprechpartner vom ADAC.“ 

Das faszinierende am Slalom Sport ist, findet Florian: „Man muss auf den Punkt schnell sein. Es gibt kein Warm-Up oder ähnliches. Man steht am Start und los geht’s. Wenn man das nicht schafft ist man hinten. Außerdem braucht man absolute Fahrzeugbeherrschung. Schließlich schlängelt man sich im Rennslalom mit durchschnittlich 135 km/h um die Pylonen.“
In diesem Jahr erfolgt der Einstieg in den Rundstrecken-Sport für den 23-Jährigen. Dort sieht er sich auch in Zukunft: „Ich würde schon gerne Fuß fassen auf der Rundstrecke. VLN Langstreckenmeisterschaft oder die Rundstrecken Challenge Nürburgring. Aber das ist natürlich auch von den finanziellen Möglichkeiten abhängig.“ 

Was der bessere Einstieg in den Rundstrecken-Sport ist, Slalom oder Rennkart, kann Florian nicht genau sagen. „Beides ist möglich. Die beiden Sportarten sind so unterschiedlich, das kann man wirklich nicht so einfach sagen. Mein Fahrzeug im Grenzbereich am Limit zu halten, das habe ich im Slalom gelernt. Massenstarts, das Fahren im Pulk oder Zweikampf verhalten sind Dinge die man im Rennkart schult. Daran muss ich mich jetzt noch gewöhnen.“

"Harte Arbeit wird belohnt"

Sparte:Motocross
Wohnort:Wormstedt
Ortsclub:1. MSC Jena
Alter:19 Jahre
Beruf:Dachdecker
Fahrzeug:Sarholz KTM SX250

 

ADAC MX Youngster Cup Sieger 2017 – Ein Titel, den sich viele Nachwuchs-Motocrosser wünschen. Der große Erfolg, der den Traum Profisportler zu werden näher rücken lässt. Tom Koch hat es geschafft aber dabei darf man nicht vergessen, wie hart und steinig der Weg oft war.

Der gebürtige Thüringer, der nebenbei auch gerne Golf und Squash spielt, hat schon früh seinem Großvater, Vater und Bruder nachgeeifert. Aber der damals 6-Jährige hatte sein eigenes Tempo. „Erstmal nur so zum Spaß“ fahren war das Motto. Mit 11 Jahren entschied er sich um und machte seine ersten Rennversuche in der Thüringen Meisterschaft. Da das ganz gut klappte, ging es dann Schritt für Schritt weiter. Auf Anhieb schaffte es der Sarholz Pilot in das damals neu gegründete Talentförderprogramm des ADAC Hessen-Thüringen,  in dem er bis heute unterstützt wird. Hier bekommt er Unterstützung mit Training, im Bereich Medienarbeit, zum Thema Fitness und Ernährung und weiteren wertvollen Komponenten des Förderpakets. Zwei Jahre war er Mitglied des ADAC Hessen-Thüringen MX Masters Rookie Teams. 

„Die Unterstützung des ADAC Hessen-Thüringen ist zum größten Teil verantwortlich für meine Entwicklung. Ohne all die Maßnahmen stünde ich jetzt nicht da, wo ich stehe. Dafür bin ich unendlich dankbar.“

Tom entwickelt sich zum Vorzeigekandidaten. Er nimmt alle Tipps an und setzt diese auch um, er trainiert hart und legt sowohl in Fitness als auch in Fahrtechnik die besten Tests ab. Die großen Erfolge wollen sich zunächst noch nicht einstellen aber Trainer Collin Dugmore ist sich sicher, durch sein hartes Technik-Training kommt bald die Schnelligkeit auch dazu. Und er sollte Recht behalten.

Ende 2014 wurde der Name Tom Koch zum ersten Mal laut. In seiner ersten Hallencross Saison konnte er sich einige Podiumsplatzierungen einfahren und riss, mit seiner unbekümmerten Art, das gesamte Publikum auf seine Seite.  Auch die anschließende Outdoor Saison lief für Tom gut. Obwohl er sich bereits bei der ersten ADAC MX Masters Veranstaltung einen Kreuzbandriss zuzog, schloss der Youngster mit Platz sieben in der Deutschen Meisterschaft MX2 und Platz sechs beim ADAC MX Youngster-Cup, was ihm am Jahresende den Titel „Nachwuchs-Motorsportler des Jahres“ beim ADAC Hessen-Thüringen einbrachte. Tom ist ehrgeizig und fleißig, er hat einen unglaublichen Willen, der ihn nicht aufgeben lässt und so steht er auch die etwas holprige Saison 2016 durch.

Den bisherigen Höhepunkt seiner Karriere hat Tom dieses Jahr erreicht: Er hat vorzeitig – bei der vorletzten Veranstaltung in Gaildorf – den Titel ADAC MX Youngster Cup Sieger errungen und zwar mit 57 Punkten vor dem Zweitplatzierten. So kann es weiter gehen!

"Talent mit großem Namen"

Sparte:Rallye
Wohnort:Großalmerode
Ortsclub:KMC Kassel
Alter:20 Jahre
Beruf:Studium Wirtschaftswissenschaften
Fahrzeug:Opel ADAM Cup
Sportliche Erfolge:Top Ten Platzierung Opel ADAM Cup

Die ADAC Rallye Deutschland 2017 ist Geschichte. Zeit, einen kurzen Blick aus der Brille eines Nachwuchsfahrers auf die Veranstaltung zu werfen. Fabian Rotter bestreitet seine erste Rallye-Saison. Er wurde quasi ins kalte Wasser geschubst. Zwar war das Mitglied des KMC Kassel schon als Kind im Renngeschehen, interessierte sich aber nicht wirklich für den Sport. Erst mit dem Führerschein entstand der Wunsch, Rallye zu fahren. Los ging es mit der ADAC Rallye Schule, der nationalen A-Lizenz einem Einsatz im Vorauswagen und einem Gaststart. Dann kam die Aufnahme in die Talentförderung des ADAC Hessen-Thüringen und die erste Motorsport Saison.

Im Opel Rallye Cup schlägt sich der Newcomer gut. „Wir sind bisher immer ohne größere Schäden angekommen. Ich liege in der Meisterschaft auf Rang 16, ich denke, das ist ok für meine erste Saison, aber ich will in den noch anstehenden beiden Läufen noch weiter nach vorne. Das ist drin.“

Und wie war denn jetzt Dein erster WM Lauf:  „Es war schon beeindruckend. Alles ist viel größer, ein immenses Zuschauerinteresse. Auf dem Service Platz sind super viele Leute und alle wollen etwas von Dir. Natürlich ist auch die Strecke bei einem Weltmeisterschaftslauf viel anspruchsvoller und drei Mal länger als ein normaler Kurs. Man ist eine Woche lang unterwegs und natürlich muss man sich sehr gut vorbereiten, sowohl körperlich als auch mental. Ich habe viel selber an meinem Auto geschraubt, um ein besseres Verständnis zu bekommen und ich habe viel Ausdauer trainiert, um die langen Prüfungen auf der Panzerplatte und in den Weinbergen zu überstehen. Das war auch alles top.“

Wieviel Einfluss hat der Name des Papas: „Eigentlich keinen, klar mich kennen viele, aber alle behandeln mich ganz normal und ich muss mich schon selber beweisen, Druck gibt es keinen. Ich profitiere von seinen Erfahrungen. Er kennt den Opel in- und auswendig und das hilft mir natürlich. Reibungen gibt es wenig, denn wir sind meistens einer Meinung und zu 99% mache ich wohl alles wie Papa, deshalb ähnelt sich bestimmt auch unser Fahrstil. Und wenn ich meine eigene Entscheidung treffe, ist das auch ok.“

2018 soll es ein wenig ruhiger laufen, da tritt die berufliche Karriere erst mal in den Vordergrund und es wird so viel Rallye gefahren wie die Zeit es erlaubt, bevor es dann 2019 wieder richtig losgeht.

"Kleiner Mann ganz groß"

Sparte:Motocross
Wohnort:Gierstädt
Ortsclub:MSC Gräfentonna e.V. im ADAC
Alter:8 Jahre
Beruf:Schüler
Fahrzeug:KTM SX 50
Sportliche Erfolge:2016: Sieger Moto Cross Cup ADAC Hessen-Thüringen Klasse 1, zweiter Platz ADAC Supercross Stuttgart und Chemnitz

Anton Viol, ein Name den man sich merken sollte.  Der achtjährige Thüringer bestritt 2016 seine erste Rennsaison und machte ordentlich von sich reden. Mit viel Kampfgeist und extremem Siegeswillen, wurde er von Rennen zu Rennen sicherer und schneller und holte sich so im letzten Rennen den Cup-Sieg. Auch verwies er in der Kids Challenge, mit seiner KTM SX 50,  so einige 65er-Fahrer auf die Plätze.

Als Antons Papa den Steppke auf die erste PW 50 setzte, konnte er noch nicht richtig sprechen aber Gas geben konnte er. Auch heute ist das Mitglied des MSC Gräfentonna e.V. im ADAC kein „Mann“ der großen Worte eher der großen Taten. Manchmal sogar etwas zu draufgängerisch für die Mama, denn ist Anton im Renn-Modus ist er kaum zu stoppen. Antons Eltern sind natürlich immer an seiner Seite. Da wird angefeuert, motiviert, getröstet, trainiert, das Bike gepflegt und alles was sonst noch dazu gehört. Aber nicht nur seine Familie unterstützt ihn, seine Vereinskollegen stehen auch alle hinter dem Schüler und sind stolz auf ihn, und wie. 

Natürlich ist auch Anton großer Ken Roczen Fan und er möchte gerne in seine Fußstapfen treten, ADAC MX Masters, Weltmeisterschaft, Supercross, das volle Programm. Dafür arbeitet er jetzt schon hart, mit seinem eigenen Fitness-Programm - Seilspringen und Liegestütze und Klimmzüge und vieles mehr. Denn Motocross ist auch für einen Achtjährigen körperlich Höchstleistung. 

Seit 2016 ist der Thüringer in einem Förderkader des ADAC Hessen-Thüringen, der ADAC Kids School. Trainer Collin Dugmore ist ein Vorbild für ihn. „Wenn Collin Anweisungen gibt, dann macht er alles sofort, bei uns sieht das nicht immer so aus“ schmunzelt Antons Mutter. Viel gelernt hat er in dem einen Jahr und das hat man bei jedem Rennen bewundern können.

Auf die Frage, was würdest Du Dir jetzt wünschen, antwortet Anton: „So gut werden wie mein Kumpel Max Werner“.

Wir denken, Du bist auf dem besten Weg dahin, Anton.

"Im Kampf gegen die Uhr und den Berg"

Sparte:Bergrennsport
Wohnort:Abtsteinach
Ortsclub:MSC Überwald e.V. im ADAC
Alter:28 Jahre
Beruf:Elektroniker
Fahrzeug:VW Golf 3 16V

 

Über 10.000 Zuschauer bewunderten die Bergpiloten beim 22. Internationalen Glasbachrennen, die die 5,5 Kilometer lange, anspruchsvolle Strecke, auf der Suche nach Bestzeiten in drei Durchgängen befuhren. Mit von der Partie, der 28-Jährige Alexander Wolk, gesponserter Fahrer des ADAC Hessen-Thüringen e.V.

„Ich bin zufrieden mit dem Wochenende, zwar hatte ich eine nicht ganz optimale Begegnung mit einer Schikane aber ich habe auch meine persönliche Bestzeit von letztem Jahr um 7 Sekunden verbessert. Es ist natürlich toll, sich auch mal mit der internationalen Konkurrenz messen zu können.“

Los ging alles beim Jugend-Kartslalom im Verein. Schon damals war der Hesse auf der Suche nach Bestzeiten. Auf die Frage, was ihn am Bergrennsport so fasziniert: „dieser Sport verzeiht keine Fehler. Man muss die ganze Zeit voll konzentriert sein und das Auto immer hundert Prozent unter Kontrolle haben. Die Strecken haben kaum Auslaufzonen, wenn man da nicht auf den Millimeter genau auf der Ideallinie fährt ist man draußen. Der Puls schlägt einfach höher.“

Natürlich würde Alexander Wolk gerne mehr internationale Rennen bestreiten, die komplette Europameisterschaft oder Weltmeisterschaft, das wäre schon ein Traum. Leider ist dies nicht so einfach, die weiten Anfahrtswege verschlingen viel Geld und Zeit, so wie der ganze Sport. Also werden die Chancen genutzt, die ihm geboten werden, sowie das 22. Internationale Ibergrennen in Thüringen, welches Alexander in Kürze bestreiten wird.